Nix buena vista auf die USA

Mit einer neuen CD mischt sich Ry Cooder in den US-amerikanischen Wahlkampf ein: Election Special heißt das Album mit neun politisch geprägten Tracks. Dabei geht es um Guantanamo, Mitt Romney und die Finanzkrise. Offenbar musste Ry Cooder seinem Ärger und seiner Hilflosigkeit Luft machen, dem ganzen Wahnsinn etwas entgegensetzen – trotz der Schwäche eines einzelnen Menschen. Dann ist es wenigstens raus, obwohl sich dadurch nichts ändert. Im für den Deutschlandfunk geführten Gespräch mit Michael Kleff zeichnet Cooder ein düsteres Bild der Zustände in den USA, wo Rassismus um sich greift, während in Washington ein Schwarzer Präsident ist. Das Soziale wird von einem Geldstrom weggespült, alles an den Höchstbietenden verscherbelt. Angesichts der Macht des Geldes resigniert auch Ry Cooder:

Ich sage Ihnen ganz ehrlich, was ich mache. Ich sitze mit meiner Mandoline und meiner Gitarre im Haus und warte auf eine gute Idee. Wenn ich dann ein paar gute Songs habe, rufe ich Joachim [Cooder], um sie vielleicht aufzunehmen. Was sonst kannst du denn machen.

Immerhin: die Mandoline als Trostspender. Und auf Election Special prägt sie gleich mehrere Songs. Was ein schönes Klangbild ergibt, aber die Wut und Energie der Stücke keineswegs herabsetzt. Soundclips gibt´s u. a. bei Cooders Label Nonesuch Records, The Wall Street Part Of Town dort in voller Länge. Das gesamte Interview zum Nachlesen und zum Nachhören findet sich auf der Website des Deutschlandfunks – wo allerdings in der Schriftform aus Cooder Cooders wurde: Leute, werft doch nicht so achtlos mit den s um Euch!

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