Caleb und der Sound der Paare

Heute in einer Woche startet die vierte Ausgabe des Bluegrass Jamboreemit einem Konzert in Offenburg. Das Line-up bietet wieder ein breites Spektrum: von den Headlinern Audie Blaylock & Redline mit klassischem Bluegrass über den Pop-Grass von Bearfoot bis zum Old-Time-Duo Caleb Klauder und Reeb Willms. Letztere werden das erste Mal in Deutschland sein, die Spannung steigt also bis zum Welcome Dinner in Tübingen am kommenden Dienstag mit Maultaschen und Schnitzel. Caleb Klauder packt außer Fiddle und Gitarre auch seine Mandoline mit ins Flugzeug, seine einzige übrigens: eine von John Sullivan gebaute F5 aus dem Jahr 1995, bestückt mit D’Addario J74ern, beackert mit einem Wegen-Pick der Stärke 1.0.

Wie ist er überhaupt zur Mandoline gekommen? Ich habe 1994 begonnen Mandoline zu spielen, ungefähr zur gleichen Zeit, als ich traditionelle amerikanische Tunes auf der Fiddle gelernt habe. Gitarre habe ich zu dem Zeitpunkt schon seit zehn Jahren gespielt. Damals begann auch mein Interesse für Bluegrass und Old Time Music. Caleb lebte da bereits in Portland, und als er mal wieder seine Familie auf Orcas Island besuchte und bei einem Freund vorbeischaute, zeigte ihm der eine Mandoline: Es war das erste Mal, dass ich eine von Nahem gesehen habe, ich war 24, erinnert er sich: Ich habe schnell gemerkt, dass die Stimmung die gleiche wie die der Fiddle war, was ich ziemlich aufregend fand. Es war eine von John Sullivan gebaute Mandoline und sie gehörte Bruce Harvie von Orcas Island Tone Woods – er hatte John das Holz verkauft, aus dem die Mandoline gebaut war.

Ich hab mir dann ziemlich schnell ein billiges Exemplar gekauft, eine Flatiron Flattop, und darauf dieselben Tunes wie auf der Fiddle geübt. Zu der Zeit bin ich mit all diesen jungen Fiddlern in Portland zusammengekommen, die mir alle um Jahre voraus und um Vieles besser waren. Also habe ich mich der Mandoline zugewandt, um mit ihnen spielen und zur Musik eine neue Farbe hinzufügen zu können. Das war die gleiche Zeit, als ich begann, Bill Monroe und die Bluegrass Boys zu hören und jede Menge obskure Old Time Fiddle Music aus North Carolina und Musik des Mandolinenspielers Verlin Clifton.

Die Mandoline gibt mir eine großartige Stimme, sie ist wundervoll sowohl fürs Melodie- als auch fürs Rhythmusspiel, schreibt Caleb an Doppelstopp, ich liebe den Klang der Saitenpaare und die Herausforderungen, damit zu spielen. Ich freu mich über Old Time Fiddle Tunes und alte Country-Musik, und obwohl´s ja von seiner Herkunft her kein amerikanisches Instrument ist, hat die Mandoline doch eine wichtige Stellung in der amerikanischen Musik eingenommen. Seine Helden auf dem Instrument? Bill Monroe, Frank Wakefield, Tim O’Brien, Jethro Burns und in Portland Greg Clarke – mein Favorit gleich nach Bill. Falls jemand jetzt noch mehr wissen will: Caleb Klauder wird bestimmt beim Jamboree neben der Bühne Auskunft geben.


Caleb Klauder und Reeb Willms

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