Es leuchtet, es ohrwurmt

Dass junge Menschen Folk-Musik mögen und sie sogar cool finden, je nachdem, wer sie spielt, ist eine sehr erfreuliche Angelegenheit. Vor allem deshalb, weil es beizeiten nicht beim Konsumieren bleibt, sondern die Jugend selbst aktiv wird. Und wenn der Nachwuchs dann noch eine Mandoline in die Band integriert, freut uns das total unendlich, egal, wie verstimmt die erstmal klingen mag. Sowas bieten jedenfalls The Lumineers aus Denver/Colorado. Hier ein langer Konzertmitschnitt, der nicht von einer Gema-Sperre betroffen ist. Und The Lumineers können auch Ohrwürmer, wie das Filmchen hier zeigt – wo die Mando zwar nicht zu sehen, aber zu hören ist. Und darauf kommt es ja wohl an.

John Smith John Smith im Wasser

Wie klingt eine Gitarre, während sie in einen Fluss getunkt wird und ihr Spieler ebenso bis zum Bauch im Wasser steht? Antwort gibt dieses Video. Der englische Folkmusiker John Smith wirbt so für sein neues Album, das am 25. März erscheinen wird. Weil es uns aber zu weh tut, dieses Video hier zu zeigen und eine Gitarre außerdem keine acht Saiten hat, folgt nun John Smith mit It´s Not Over Yet, gespielt auf einer OM, wie´s aussieht. Hübsche Episode am Rande: Wenn jemand John Smith heißt, von denen es Tausende auf unserem schönen Globus geben dürfte, muss er sich als Domain was einfallen lassen. Unser John Smith hat diese Lösung gewählt: johnsmithjohnsmith.com. Damit auch ja jeder den Namen behält! Hat übrigens auch schon mal den Opener für Chris Thile gegeben. So, jetzt aber Musik!

Im Mehldau zu Thile wir ziehn

Man könnte Chris Thile mit malerischen Beinamen überschütten: Mandolinenvirtuose (sowieso), Wunderknabe (früher), Mando-Papst (habemus!) usw. usf. Dazu könnte auf jeden Fall noch die Bezeichnung Duo-Spezialist kommen. Mit wem hat er nicht alles in der Vergangenheit kollaboriert? Mit dem famosen Mike Marshall, avantgardistisch mit Edgar Meyer, old-timey mit Michael Daves, um nur mal die Bandbreite aufzuzeigen. Da wird jetzt in Kürze eine weitere Färbung neu aufgefrischt: Im April spielt Thile in den USA eine Reihe von Duo-Konzerten mit dem Jazzpianisten Brad Mehldau. Angekündigt ist ein Programm aus Klassik-Transkriptionen, Coverversionen von Pop-Songs und Eigenkompositionen. Da können wir in Europa nur hoffen, über Youtube was davon mitzukriegen. Hier ein Ausschnitt eines gemeinsamen Konzerts der beiden von 2011.

Wo liegt denn dieses Toogaroo?

Sie waren in Nashville und Los Angeles (liegt beides in den USA), sie waren in der Schweiz und in Nordirland und bestimmt auch noch in Bayern, aber nun muss das Ausland mal ohne sie auskommen: die rheinische Bluegrass-Band Covered Grass. Denn nicht sonstwo, nein, in der Heimat wird das neue Album präsentiert – es ist wohl das fünfte, aber wer will bei diesem produktiven Output noch mitzählen? Der Titel: Toogaroo, mit 13 Tracks an Bord, allesamt Eigenkompositionen. Aus diesem Anlass steigt am Freitag, dem 22. März, eine Release-Party in Engelskirchen unweit von Köln, und zwar im Ratssaal des dortigen Rathauses – übrigens früher ein Fabrikgebäude der Baumwollspinnerei Ermen & Engels, Engels, na, macht´s da klick bei Euch, Ihr Altkommunisten? So, das alles startet um 20 Uhr, der Eintritt beträgt 9 Euro, die zudem beim Kauf der CD angerechnet werden. Eine Vorgruppe steht auch auf dem Programm: das Akustik-Duo Gentile. Was ja Italienisch ist und freundlich heißt, wenn ich richtig informiert bin. Also seid freundlich und besucht die Release-Party, bevor sie wieder in die weite Welt abhauen, wer weiß, ob sie von dort jemals wiederkehren werden. Weitere Details auf der Website von Covered Grass.

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Im Urwald Mando lernen

Im südlichen Friesland, wo die gute Butter noch auf Bäumen wächst und Rinder von Pferden unterscheidbar sind, dort gedeiht auch ein Instrument der norddeutschen Steppe aufs Trefflichste: die Mandoline. Zwar traut man sich dort noch nicht, ein Festival nach ihr zu benennen. Doch in Wahrheit sind die regelmäßig wiederkehrenden Neuenburger Gitarrentage ein Hochamt für die Mando. Der beste Beweis: Wenn in diesem Jahr zwischen dem 16. und 20. Oktober die Gemeinde Zetel im Fokus der musizierenden Öffentlichkeit steht, werden zwei Giganten der Mandoline für Konzerte und Workshops bereitstehen: Caterina Lichtenberg und Mike Marshall. Und wer zusätzlich noch Geige spielt, findet mit Darol Anger einen ebenfalls hochkarätigen Lehrer im Line-up des Festes. Man hole sich ruhig einmal nähere Auskünfte! Nur ein Satz in der Einladung macht misstrauisch, nämlich der hier: Der Kurs findet im „Vereenshuus“ am Neuenburger Urwald statt. Urwald? In diesen Breitengraden? Ach wer weiß, vielleicht lernt man zusätzlich noch das Saitenflechten aus Lianen.


Dann fangt schonmal an – das klappt bis Oktober!

Ein guter Tag für Bluegrass

Nerven hat er gelassen und das Festival Federn. Doch auch wenn ein Tag gestrichen wurde und Festivalmacher Walter Fuchs sich gegen zeitweilige Verzweiflung wehren musste: Das Line-up des elften Bühler Bluegrass-Festivals kann sich sehen lassen. Am Samstag, 4. Mai, werden vier Bands morgens, nachmittags und abends der Stadt ihren Stempel aufdrücken. Den Höhepunkt bildet das Festival-Finale ab 19:30 Uhr im Bürgerhaus Neuer Markt mit Chris Jones & The Night Drivers, The Deadly Gentlemen und The Roys and Band. Zusätzlich ist am Morgen und Nachmittag die Band Monroe Crossing in Aktion.

Das Tagesticket kostet 35 Euro im Vorverkauf und 39 an der Abendkasse. Alle Informationen zum Festival gibt´s auf der Website

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Die Roys im Film – ohne Siegfrieds!