Wenn die Mando mal rockt

Hatten wir Frank Turner hier schonmal erwähnt? Er tauchte diese Woche im ARD-Morgenmagazin auf, mit seinem Mandolinenspieler Matt Nasir an der Seite und spielte den Opener seines neuen Albums Tape Deck Heart. Normalerweise präsentiert er den Song mit vollem elektrischen Besteck. Umso schöner zu hören, wie gut das Stück akustisch im Duo funktioniert und sich die ganze Power im Chorus auch ohne Strom vermittelt. Auf dem Album steckt durchaus Mandoline, im REMschen Sinne. Losing Days beispielsweise hat was von Losing My Religion in Dur. Auf jeden Fall liefert der Engländer eine ziemlich energiegeladene Mischung aus Rock, Folk, Punk. Mit Betonung auf Rock, im Gegensatz zu dem Kollegen Seth Lakeman. Aber drauf haben´s beide. Mando-Folkrock.


Wenn sich Cars und Punch vertragen

Die eher wave-ig orientierte US-Band The Cars hatte eine Reihe von Hits, vor allem in den Achtzigern: Drive oder You Might Think zum Beispiel, um mal zwei zu nennen. Auf ihrem Debüt-Album von 1978 steckte das ebenfalls bekannte Just What I Needed. Dem haben sich jetzt die Punch Brothers um Chris Thile angenommen – im Rahmen einer Reihe des Online-Kulturmagazins A.V. Club namens A.V. Undercover. Redakteure haben eine Liste mit Songs geschrieben. Ausgewählte Musiker dürfen sich ein Lied von der Liste aussuchen, um es zu covern. Das hat schon zu bemerkenswerten neuen Versionen bekannter und weniger bekannter Stücke geführt. Der dafür zur Verfügung stehende Aufnahmeraum ist rund, eng und von ziemlich trockener Akustik. Will sagen: Es fehlt jeder Gnadenhall, schiefe Töne werden sofort bestraft. Aber wer will danach fahnden? Jetzt waren also auch die Gebrüder Punsch an der Reihe. Und ihre Version von Just What I Needed gibt´s hier unten. Die Bostoner Songschreiberin Kris Delmhorst hat 2011 übrigens ein Album ausschließlich mit Coverversionen von Cars-Songs vorgelegt, das sinnigerweise einfach Cars hieß, da war Just What I Needed auch dabei. Wer also vergleichen möchte: bitte!

Onkel Toms Mandos

Der in Austin, Texas, lebende Mandolinenbauer Tom Ellis gehört zu den Legenden der US-Instrumentenbauergilde. 1972 hat er seine erste Mandoline gebaut, einfach mal so, und in den folgenden Jahren umfangreiche Kenntnisse erworben – durchs Tun. Begehrt sind auch seine Einlegearbeiten, die er für alle möglichen Hersteller anfertigt. Ein kleines Video-Porträt über Tom Ellis hat jetzt das Fretboard Journal vorgelegt – siehe hier!