Ein Zeichen Gottes?

Heute, die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit: Als Titelbild gibt´s Willy Brandt mit Mandoline! Ein Zeichen seitens des Mandolinengottes? So prominent war unser Instrument lange nicht zu sehen. Kaufen und einrahmen. Schönes Wochenende.

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Subversives Treiben

Im grade erschienenen Folker findet sich ein Text zum Thema Countrymusik und Homosexualität. Dazu wäre zweierlei zu sagen: Einmal ist es überhaupt nicht schön, sich mit seiner Persönlichkeit ständig verstecken und verleugnen zu müssen, um im Geschäft zu bleiben. Andererseits: Mir gefällt der Gedanke, dass sich konservative Säcke in den USA an schwulen und lesbischen Künstlern laben, ohne es zu ahnen. Hat was Subversives. Und die Künstler müssten sich dann alle am gleichen Tag zur gleichen Zeit outen – ob die Rednecks dann endlich in der Psychiatrie landen?

Mal was zum Record Store Day

Heute ist Record Store Day, der Tag, der ausgerufen wurde, um die unabhängigen lokalen Schallplatten-Fachgeschäfte zu stärken und zu ehren. Dabei handelt es sich zunächst mal um ein sicher löbliches Unterfangen. So ganz aber mag man in dieses romantische Liedlein nicht einstimmen. Sicher, per se sollen sie alle genug Geld zum Leben verdienen, die kleinen Fachgeschäfte. Allerdings wollen wahrscheinlich die wenigsten von uns das alte Ladensystem zurückhaben. Wir erinnern uns: Wollte man mal was Besonderes erwerben, fand man das im kleinen Geschäft in der Regel nicht. Und konnte es bestellt werden, dauerte es mindestens zwei Wochen, bevor die Ware kam. Die dann oft noch sehr teuer war. Bei den heutigen Bestellmöglichkeiten lassen sich selbst die exotischsten Exoten von zu Hause aus anfordern – zu akzeptablen bis günstigen Preisen. Paradiesische Zustände für Liebhaber, die sich abseits des Mainstreams aufhalten. Und die nicht in einer Großstadt leben und vielleicht das Glück haben, den Spezialisten ein paar Straßen weiter zu wissen. Also unterstützt den Record Store Day und die aufrechten letzten Einzelkämpfer. Aber verteufelt nicht die Handelssysteme und die Logistik des Webs.

Plektren selbst lochen

Wir stehen kurz vor Eröffnung der Frankfurter Musikmesse an diesem Mittwoch. Auch die Zubehörspezialisten werden wieder am Start sein, darunter auch die Plektrumgeheimniskrämer. Dass die Firma Slam Design antritt, ist dagegen zu bezweifeln. Obwohl die Engländer mit dem Pickmaster ein fantastisches Gerät vertreiben – einen Plektrum-Locher! Einfach die noch gültige EC-Karte in den Locher legen, zudrücken: Fertig ist ein invididuelles und wertvolles Pick! Auf diese Weise lässt sich alles Mögliche zu Plecs verarbeiten, der Fantasie mögen keine Grenzen gesetzt sein. Der Pickmaster kostet so um die 20 Euro. Da kann sich jeder selbst ausrechnen, was er durchs Selberlochen sparen kann. Von der aufkommenden Experimentierfreude ganz zu schweigen! Mögliche großartige Geschäftsmodelle tun sich auf! Wer jetzt loslegt, darf vielleicht im nächsten Jahr mit seinem eigenen Plektrenstand zur Musikmesse!

Vielleicht können nur Engländer auf die Idee kommen, so etwas zu vertreiben. Auch die übrigen Artikel aus ihrem Sortiment lassen sich vorzeigen, etwa der Bleistiftspitzer, der in den Hintern einer Plastikkatze eingelassen ist. Damit nicht genug: Die Katze miaut sogar, wenn man hinten was reinsteckt. Oder der Goldfisch-Badewannenstöpsel, mit einem ewig tauchenden Beschuppten, ganz zu schweigen vom Benedictaphone, einem Diktiergerät in Gestalt des pensionierten Papstes Benedikt – wahrscheinlich jetzt zum Ausverkaufspreis erhältlich. Das Leben wäre ärmer ohne Engländer.

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Immer feste druff – fertig ist das eigene Plec!

Schluss mit der Osterei!

Wieder einmal sind zu Ostern viele Mandolinen versteckt worden. Wieder einmal konnten nicht alle wiedergefunden werden. Wir rufen die Völker dieser Welt auf: Schaut noch einmal gut nach, wo die lieben Kleinen sind! Irgendwo müssen sie ja sein! Und warum stirbt dieser Osterbrauch nicht endlich mal aus? Eine Mandoline ist genauso wenig ein Osterei wie es sich bei einem Kaktus um ein Lutschbonbon handelt! Schreibt es den Hasen endlich mal hinter die Löffel.