Subversives Treiben

Im grade erschienenen Folker findet sich ein Text zum Thema Countrymusik und Homosexualität. Dazu wäre zweierlei zu sagen: Einmal ist es überhaupt nicht schön, sich mit seiner Persönlichkeit ständig verstecken und verleugnen zu müssen, um im Geschäft zu bleiben. Andererseits: Mir gefällt der Gedanke, dass sich konservative Säcke in den USA an schwulen und lesbischen Künstlern laben, ohne es zu ahnen. Hat was Subversives. Und die Künstler müssten sich dann alle am gleichen Tag zur gleichen Zeit outen – ob die Rednecks dann endlich in der Psychiatrie landen?

Mal was zum Record Store Day

Heute ist Record Store Day, der Tag, der ausgerufen wurde, um die unabhängigen lokalen Schallplatten-Fachgeschäfte zu stärken und zu ehren. Dabei handelt es sich zunächst mal um ein sicher löbliches Unterfangen. So ganz aber mag man in dieses romantische Liedlein nicht einstimmen. Sicher, per se sollen sie alle genug Geld zum Leben verdienen, die kleinen Fachgeschäfte. Allerdings wollen wahrscheinlich die wenigsten von uns das alte Ladensystem zurückhaben. Wir erinnern uns: Wollte man mal was Besonderes erwerben, fand man das im kleinen Geschäft in der Regel nicht. Und konnte es bestellt werden, dauerte es mindestens zwei Wochen, bevor die Ware kam. Die dann oft noch sehr teuer war. Bei den heutigen Bestellmöglichkeiten lassen sich selbst die exotischsten Exoten von zu Hause aus anfordern – zu akzeptablen bis günstigen Preisen. Paradiesische Zustände für Liebhaber, die sich abseits des Mainstreams aufhalten. Und die nicht in einer Großstadt leben und vielleicht das Glück haben, den Spezialisten ein paar Straßen weiter zu wissen. Also unterstützt den Record Store Day und die aufrechten letzten Einzelkämpfer. Aber verteufelt nicht die Handelssysteme und die Logistik des Webs.

Plektren selbst lochen

Wir stehen kurz vor Eröffnung der Frankfurter Musikmesse an diesem Mittwoch. Auch die Zubehörspezialisten werden wieder am Start sein, darunter auch die Plektrumgeheimniskrämer. Dass die Firma Slam Design antritt, ist dagegen zu bezweifeln. Obwohl die Engländer mit dem Pickmaster ein fantastisches Gerät vertreiben – einen Plektrum-Locher! Einfach die noch gültige EC-Karte in den Locher legen, zudrücken: Fertig ist ein invididuelles und wertvolles Pick! Auf diese Weise lässt sich alles Mögliche zu Plecs verarbeiten, der Fantasie mögen keine Grenzen gesetzt sein. Der Pickmaster kostet so um die 20 Euro. Da kann sich jeder selbst ausrechnen, was er durchs Selberlochen sparen kann. Von der aufkommenden Experimentierfreude ganz zu schweigen! Mögliche großartige Geschäftsmodelle tun sich auf! Wer jetzt loslegt, darf vielleicht im nächsten Jahr mit seinem eigenen Plektrenstand zur Musikmesse!

Vielleicht können nur Engländer auf die Idee kommen, so etwas zu vertreiben. Auch die übrigen Artikel aus ihrem Sortiment lassen sich vorzeigen, etwa der Bleistiftspitzer, der in den Hintern einer Plastikkatze eingelassen ist. Damit nicht genug: Die Katze miaut sogar, wenn man hinten was reinsteckt. Oder der Goldfisch-Badewannenstöpsel, mit einem ewig tauchenden Beschuppten, ganz zu schweigen vom Benedictaphone, einem Diktiergerät in Gestalt des pensionierten Papstes Benedikt – wahrscheinlich jetzt zum Ausverkaufspreis erhältlich. Das Leben wäre ärmer ohne Engländer.

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Immer feste druff – fertig ist das eigene Plec!

Schluss mit der Osterei!

Wieder einmal sind zu Ostern viele Mandolinen versteckt worden. Wieder einmal konnten nicht alle wiedergefunden werden. Wir rufen die Völker dieser Welt auf: Schaut noch einmal gut nach, wo die lieben Kleinen sind! Irgendwo müssen sie ja sein! Und warum stirbt dieser Osterbrauch nicht endlich mal aus? Eine Mandoline ist genauso wenig ein Osterei wie es sich bei einem Kaktus um ein Lutschbonbon handelt! Schreibt es den Hasen endlich mal hinter die Löffel.

Lauschen im Herbst

Vielleicht gibt es jemanden, der wissen möchte, wer hinter dem Bluegrass Jamboree steckt, das derzeit durch deutsche Lande zieht? Es handelt sich um den Tübinger Musikpromoter Rainer Zellner und seine Agentur Music Contact. Im hessischen Hörfunk hat er im vergangenen Sommer über sich und seine Arbeit erzählt – der Beitrag liegt zum Nachlauschen bereit unter diesem Link. Da geht´s dann nicht nur um Bluegrass, sondern auch um die anderen Musikrichtungen, die Rainer am Zellner, äh am Herzen liegen. Radiosachen im Herbst hören: herrlich!

Für milde Tage beten

Sehen wir doch den Tatsachen ins Auge: Jetzt, wo die Tage kürzer und die Nächte kälter werden, wird wieder so manche Mandoline als Heizmaterial im Ofen landen. Besonders viel Brennwert sollen diese Instrumente aus den 1920er-Jahren besitzen – kein Wunder, sind sie doch lange genug gelagert worden und schön trocken. Aber auch manches neuere Modell sieht seinem Ende entgegen, wenn die Barschaft nicht ausreicht, um richtiges Brennholz kaufen zu können und die umliegenden Wälder allesamt leergesammelt sind. Viel Geld wurde für Benzin ausgegeben, der Rest für die ersten Weihnachtsgeschenke. Wenn dann noch was übrig bleibt, geht es für Flachbildfernseher und Laubpuster drauf. Musik kommt auch aus dem Internet, dafür brauche ich keine Instrumente zu Hause. Außerdem schneiden die mit den Saiten so unangenehm in die Finger. Es gibt also schlimmere Schicksale für Folterinstrumente als ein Raub der Flammen zu werden. Ich bin trotzdem gespannt, wie groß mein Gitarren-, Mandolinen- und Sonstwaspark am Ende des Winters sein wird. Helft mit und betet für milde Tage!

Her mit der Vier-Zeichen-Folge!

Immer wieder herrlich, diese automatischen Übersetzungen: Zwei fantastische Festkörper elektrische Mandolinen sind gerade angekommen, von Ian Weston, ein vier-Zeichenfolge und ein string fünf. Schauen Sie sich die Begeisterung an der Mandoline-Cafe. (Übersetzt von Bing)

Okay, hier das englischsprachige Original, ein Facebook-Post der Acoustic Music Co., samt des Fotos dazu: Two fantastic solid body electric mandolins have just arrived from Ian Weston, one four string and one five string. Check out the buzz at the Mandolin Cafe.

Kreta, heute abend

Wer zufällig gerade auf Kreta weilt und zufällig seine Mandoline dabei hat, der kann dabei sein: beim Versuch, mit dem größten Mandolinenorchester der Welt ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Heute abend um 19.30 Uhr sollen sich so viele Mandolinista wie möglich im Hafen von Heraklion vor dem Zollgebäude einfinden. Was gespielt wird? Smoke on the water? House of the rising sun? Das Thema aus Alexis Sorbas? Verrät auch der entsprechende Blog-Eintrag nicht. Aber es gibt den Hinweis: Die Teilnahme an Proben zum Guinness-Weltrekord ist nicht notwendig. Nehmen Sie Ihre Mandoline und spielen Sie mit. Ja, dann macht das doch, wenn Ihr das lest und da seid! Die Aktion ist Teil des kretischen Mandolinenfestivals, das heute abend nach drei Tagen zu Ende geht. Zum Programm kann ich nicht viel sagen, aber wer das hier lesen kann, bitteschön. Sollte die Aktion gelingen, könnten unsere griechischen Freunde auch mal mit einem positiven Rekord Schlagzeilen machen, nicht wahr?

Mandolinenspieler mit Vergangenheit

Nun ist der Sommer zwar gerade nicht mehr so intensiv, aber egal: Wir schreiben heute Freitag, Wochenende, hinaus ins Freie! Dazu begleitet uns Mandolinenfreund Guntmar Feuerstein. Denn der hat eine Vergangenheit. Nein, jetzt gerade nicht die mit L.Bow Grease. Nein, die mit den Strandjungs ist gemeint! Die waren Mitte der 1980er-Jahre groß, sogar Nummer 1 in der ZDF-Hitparade, und Guntmar stand im Mittelpunkt. Heute macht der Bochumer ganz andere Musik und holt Bluegrasskünstler ins Ruhrgebiet, beispielsweise weiland Special Consensus. Und irgendwie sieht er heute auch ganz anders aus als damals – doch wer von uns tut das nicht nach bald 30 Jahren Differenz? Aber die rote Halbakustische, die benutzt er offenbar immer noch.

Wortmänner retten in den USA

Erst kürzlich berichteten wir hier über die Wortmann Brothers und ihr ambitioniertes Ziel, die Welt mit Hilfe von Bluegrass zu retten. Zugegeben, wir waren damals skeptisch, ob da irgendeine Aussicht auf Erfolg bestehen könnte. Doch nun sind die Wortmänner schon mit dem Retten in den USA angelangt: Die renommierte Website Bluegrass Today berichtet aktuell über die Brüders und ihren Song Ei und Hering. Jeder andere deutsche Künstler hätte versucht, sich mit seinem Anliegen zunächst mal in Österreich oder vielleicht der Schweiz oder vielleicht noch in Elsaß-Lothringen Gehör zu verschaffen. Nicht so die Wortmanns – sie greifen gleich in den Staaten an. Recht so, Jungs. Was kommt als nächstes? Die Sowjetunion? Der Mond? Hauptsache, wir haben Ei und Hering auf dem Teller.

Originelles Bekenntnis

Ob wir uns wohl alle einen iPod Touch kaufen sollten? Okay, die Dinger werden immer überflüssiger angesichts der Smartphones. Aber gerade für den iPod gibt es dieses Hartschalen-Case – und wer wollte da nicht zugreifen? Muss aber nicht: Vielleicht ist es viel schöner, sich den Spruch aufs T-Shirt flocken zu lassen. Damit es auch wirklich alle erfahren.

Bluegrass unterm Dom

Sie sind hungrig, sie sind jung, sie wollen jammen – die Musiker im Rheinland. Wenn´s sein muss, darf es sogar Bluegrass sein. Nein, besonders gern Bluegrass! Bei was sonst könnte man so schön mitmachen? Kurzum: Es gibt einen konkreten Termin am kommenden Donnerstag, 14. Juni, in Köln. Dann geht die Kölner Bluegrass-Session in ihre erste Runde. Ort des Geschehens wird Manni´s Rästorang in der Kyffhäuserstraße 18 sein, es startet um 20.30 Uhr – und zwar mit einem kurzen Set der Band Covered Grass, deren Mandolinenspieler Joon Laukamp auch als treibende Kraft hinter der Session steckt. Hungrig, jung, jamwütig eben. Eingeladen sind nicht nur Hardcore-Bluegrasser, sondern alle Akustiker, die sich für den Stil interessieren und einfach mal probieren möchten. Vielleicht hat die deutsche Mannschaft bis dahin auch schon zwei Vorgruppenspiele verloren und alle können Trost durch Musik vertragen. Aua, wer wirft denn da mit Steinen?