Musik und Horror

Berichten wollte ich eigentlich von einem geplanten Album zu Ehren des 2009 verstorbenen schottischen Songschreibers John Martyn. Davon, dass sich an dem Projekt Künstler wie Phil Collins, Donovan, The Cure und David Gray beteiligen. Außerdem die wunderbaren The Swell Season. Stattdessen hat mich eine andere Nachricht davon abgelenkt. Eine Horrorgeschichte, die Musiker ins Mark trifft: Während The Swell Season gestern abend ein Konzert Open Air im kalifornischen Saratoga spielten, stürzte sich ein Mann vom Dach des an die Bühne grenzenden Gebäudes, fiel durch die Traverse der Scheinwerfer und stürzte auf einen Lautsprecher – nur wenig entfernt von Sänger und Songschreiber Glen Hansard. Zuvor hatte der Selbstmörder im Publikum gesessen, sich dann aber entfernt und war aufs Dach geklettert. Zyniker würden sagen: Muss das ein übles Konzert gewesen sein. Mir steckt aber eher so etwas wie ein Phantomschreck in den Gliedern.

Sich vor einen Zug werfen, ist schon keine angenehme Sache für die Beteiligten. Aber während eines Konzerts von oben auf die Bühne springen und in Kauf nehmen, jemanden der Musiker zumindest zusätzlich schwer zu verletzen, ist schon ziemlich krank. Wie geht man mit so einem traumatischen Erlebnis wieder auf eine Bühne? Tragikomisches Element: Morgen soll die Band beim No Depression Festival auftreten. Keine Ahnung, ob The Swell Season ihre Tour fortsetzen. Aber vielleicht ist das auch das beste Mittel: Musik machen.


Ort des Geschehens: The Mountain Winery, eine Bühne, auf der ständig namhafte Musiker zu Gast sind.

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