Der Bill und seine Liebchen

Die Hüter der Tradition zittern wie Espenlaub: Hollywood will einen Film über Bill Monroe drehen, genauer gesagt über Monroes Beziehung zu Bessie Lee Mauldin. Die war offenbar seine langjährige Geliebte, jedenfalls wenn man den Darstellungen in dem Buch Can´t You Hear me Callin‘ des Autors Richard D. Smith glauben darf. Diese unmoralische Liebesgeschichte scheint aber ein rotes Tuch für Monroe-Verehrer zu sein. So hält Campbell Mercer, der Geschäftsführer der Jerusalem Ridge Foundation,  der Monroes Elternhaus gehört, nichts von dem Buch: „Das Buch musste geschrieben werden, aber es wurde vom falschen Typen geschrieben“, murrt Mercer. Und jetzt soll es auch noch als Filmvorlage dienen!

Mercer würde ein Film über die Musik Bill Monroes gefallen, aber nicht über dessen Seitensprünge, berichtet die Zeitung California Chronicle. Dabei weiß doch jeder, dass man das eine vom anderen nicht trennen darf. Leben und Musik gehen bei Künstlern eine wechselseitige Beziehung ein – im Grunde eine Binsenweisheit. Der Verdacht liegt nahe, dass da einige Bill Monroe als Saubermann konservieren möchten. Mal gespannt, was aus dem Filmprojekt wird. Übers Buch Smiths darf schon längst diskutiert werden.

Ein Gedanke zu „Der Bill und seine Liebchen

  1. Immer das Gleiche: Ekelhafte „Heiligenverehrung“ – aber bitte unter Ausblendung aller komplexen Facetten hinter der porträtierten Persönlichkeit. Wwwürg! Was wäre es für eine Verschwendung von Zelluloid, würde man Schauspieler sehen, wie sie auf einer Bühne versuchen Bill Monroe zu imitieren. Da schaue ich mir lieber Auftritte des echten Monroe‘ an.

    Gerade die Dinge, die man normalerweise nicht erfährt, sind wohl der eigentliche Sinn einer Biografie. Dass Bill Monroe ein Mensch wie Du und ich war, mit allen Fehlern, Sorgen und Nöten ist keine Neuheit, vor der sich irgend jemand ängstigen muss. Ich hoffe, dass der Film realisiert wird, auch wenn die Besetzungsliste und Sujet nicht vermuten lassen, dass er großes Publikum haben dürfte. Zwar halte ich Peter Sarsgaard für einen großen Schauspieler, ein Kassenmagnet ist er sicher nicht:
    http://www.imdb.com/name/nm0765597/
    Dem Bluegrass in Deutschland würde es mehr helfen, wenn wieder ein Film ins Kino käme, der sich gar nicht direkt mit Bluegrass und seinen Machern beschäftigt, sondern die Musik lediglich als Nebendarsteller bietet – wie damals bei „Oh Brother…“ oder „Bonnie & Clyde“ oder „Deliverance“ oder…..?! Die Musik wirkt auf jeden, ohne zu wissen welchen Stil er da hört. Ihre mitunter fragwürdigen Protagonisten interessieren die breite Masse keine Bohne!

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