Jamboree #3: Hannahs Worte, Teil 2

Gestern hatte Hannah Georgia Johnson, Sängerin und Mandolinenspielerin der „Toy Hearts“, hier schon was erzählt zu ihrer persönlichen Mando-Geschichte und ihren Lieblingen am Instrument. Jetzt folgt der zweite Teil: zu ihrem musikalischen Hintergrund und über die Liebe zu einer bestimmten Mando – die bestimmt viele mit ihr teilen.

Die Frage, welche Musik mich am meisten beeinflusst hat, ist sehr schwer zu beantworten, da ich alle möglichen Arten von Musik höre. Ich denke, dass die Offenheit gegenüber Musik wirklich wichtig dafür war, den Sound der Toy Hearts (was immer das sein mag) zu entwickeln. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die beim Musikhören das Bedürfnis haben, alles gleich einordnen und in eine Schublade stecken zu müssen. Sowas schottet Dich ab. Wenn ich etwas höre, das mir gefällt, spielt es für mich keine Rolle, um welchen Stil es da geht. Ich hoffe, dass unsere Auftritte die Bandbreite der Musik zeigen, die uns beeinflusst hat, mich, meine Schwester und meinen Dad in unterschiedlicher Weise. Ich selbst höre eine Menge früher Country-Music, ich liebe Keith Whitley, George Jones, Merle Haggard, auch Patsy Cline, Hank Williams und Elvis Presley sind große Inspirationen für mich gewesen. Ich höre eine Menge Bluegrass, neuen und alten. Ich liebe Soul, besonders Otis Redding. Außerdem die Beatles, die ich als Heranwachsende viel gehört habe. Western Swing und Gypsy Jazz gehören zu meiner CD-Sammlung, ich liebe J. S. Bach … die Liste hört nicht auf … Das Einzige, was mich nicht interessiert, ist Club Music: Dance, House, Trance gehören definitiv nicht zu meinen Favoriten.

Mein Instrument? Ich spiele eine F-Mandoline von Epiphone. Die war für den Anfang ganz gut, aber ich würde sie jetzt nicht als großartige Mandoline bezeichnen. Wie auch immer, derzeit muss ich mein Studium finanzieren (ich bin im dritten und letzten Jahr) und kann mir meine Traummandoline nicht leisten. Das wäre eine F-Style-Collings … oder irgendeine Collings für diesen Zweck. Als wir auf unserer Tour in Austin, Texas, auftraten, wo deren Fabrik steht, konnte ich mir eine borgen. Es war die beste Mandoline, die ich jemals gespielt habe, und ich hoffe es kommt der Tag, an dem ich mir meine eigene leisten kann.

Hinsichtlich Plektren verwende ich welche aus Schildpatt und Wegen-Picks in Triangel-Form. Beim Bluegrass ist ein hartes Pick wirklich essentiell für den Klang Deines Chops! Ich nutze D´Addario EXP-Saiten von mittlerer oder hoher Stärke. Ich selbst betrachte mich in erster Linie als Sängerin und danach als Schülerin in Sachen Mandoline! Ich muss noch eine Menge lernen und besser werden. Und das ist momentan eine Reise, die ich so gut wie möglich sowohl durchlebe als auch genieße.

2 Gedanken zu „Jamboree #3: Hannahs Worte, Teil 2

  1. Seid mr nicht böse, all ihr Fans da draußen von den „Toy Hearts“. Aber auf deren Homepage sind 4 abspielbare Songs zur Verfügung. Bei 3 davon sind die rhythmischen Unsauberkeiten zwischen den Musikern unüberhörbar. Das macht mir keinen Spaß zu hören. Das wiegen auch die hübschen Mädels nicht auf. Ein hartes Urteil.

  2. Ich komme gerade aus Bonn, wo ich mir im Rahmen des Bluegrass Jamboree u.a. die Toy Hearts anhören durfte. Ich kenne die Band seit ca. zwei Jahren und habe sie zum ersten Mal live auf dem EWOB in Holland gesehen und gehört. Damals merkte man den beiden Frauen noch eine sympathische Unsicherheit an aber das was die Damen und ihre Band heute Abend auf der Bühne geboten haben, war großes Kino und wäre alleine schon die Reise von Siegen nach Bonn wert gewesen. Die Band hat sich toll entwickelt und es groovte wie Hölle – gerade auch bei den Nummern, die nicht „traditionell“ Bluegrass waren. Sophia Johnson hat sich zu einer guten Flatpickerin entwickelt und auch die Rhythmusarbeit ihrer Schwester an der Mandoline kann sich hören lassen – da kenne ich einige sog. Profimusiker, die deutlich weniger Schmackes beim Chop entwickeln. Hinzu kommt, dass sie die meisten ihrer Stücke selber schreiben – und auch das sehr gut! Naja…., es soll hier keine Lobeshymne auf die Toy Hearts werden aaaber….., was Recht ist, muss Recht bleiben – die Damen haben es drauf und verdienen es als Musikerinnen ernst genommen zu werden. Zu einer Spitzenband wie den Steep Canyon Rangers, erspare ich mir jeden weiteren Kommentar – die spielen in einer ganz eigenen Liga und jeder der das Bluegrass Jamboree verpasst hat kann sich gehörig ärgern. Insgesamt eine ganz tolle Veranstaltung.

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