Die eher wave-ig orientierte US-Band The Cars hatte eine Reihe von Hits, vor allem in den Achtzigern: Drive oder You Might Think zum Beispiel, um mal zwei zu nennen. Auf ihrem Debüt-Album von 1978 steckte das ebenfalls bekannte Just What I Needed. Dem haben sich jetzt die Punch Brothers um Chris Thile angenommen – im Rahmen einer Reihe des Online-Kulturmagazins A.V. Club namens A.V. Undercover. Redakteure haben eine Liste mit Songs geschrieben. Ausgewählte Musiker dürfen sich ein Lied von der Liste aussuchen, um es zu covern. Das hat schon zu bemerkenswerten neuen Versionen bekannter und weniger bekannter Stücke geführt. Der dafür zur Verfügung stehende Aufnahmeraum ist rund, eng und von ziemlich trockener Akustik. Will sagen: Es fehlt jeder Gnadenhall, schiefe Töne werden sofort bestraft. Aber wer will danach fahnden? Jetzt waren also auch die Gebrüder Punsch an der Reihe. Und ihre Version von Just What I Needed gibt´s hier unten. Die Bostoner Songschreiberin Kris Delmhorst hat 2011 übrigens ein Album ausschließlich mit Coverversionen von Cars-Songs vorgelegt, das sinnigerweise einfach Cars hieß, da war Just What I Needed auch dabei. Wer also vergleichen möchte: bitte!
Onkel Toms Mandos
Der in Austin, Texas, lebende Mandolinenbauer Tom Ellis gehört zu den Legenden der US-Instrumentenbauergilde. 1972 hat er seine erste Mandoline gebaut, einfach mal so, und in den folgenden Jahren umfangreiche Kenntnisse erworben – durchs Tun. Begehrt sind auch seine Einlegearbeiten, die er für alle möglichen Hersteller anfertigt. Ein kleines Video-Porträt über Tom Ellis hat jetzt das Fretboard Journal vorgelegt – siehe hier!
Da fällt das Atmen leicht
Der Juli verspricht schonmal schön zu werden, jedenfalls was CD-Neuheiten angeht. Dann erscheint nämlich nicht nur das neue Album der Deadly Gentlemen, sondern auch das Debüt von Laura-Beth Salter namens Breathe. Die junge Songschreiberin und Mandolinistin kommt aus Glasgow, Schottland, und fiel bislang durch ihr Mitwirken in der nur aus Frauen bestehenden Folkband The Shee auf. Der vorab veröffentlichte Track Carry Me entwickelt sich verflixt groovy und lässt die Erwartungen an die Solo-Veröffentlichung steigen. Das Stück liegt im Bandcamp zum Vorhören bereit. Und auf der Website von BBC Radio Scotland gibt es ein schönes Video von ihr im Duett mit Gitarristin Jenn Butterworth. Was Laura-Beth Salter mit The Shee angestellt hat, zeigen die bewegten und mit Ton versehenen Bilder hier unten.
Altes Liedgut zündet
Und nun zu etwas völlig Anderem. Von 1964 bis 2010 ist der Belgier Hubert Boone durchs Flamenland gezogen und hat wie weiland Alan Lomax Melodien gesammelt – alte Volksmusik der Region um Brabant, Tänze, Balladen. Und nun kommt sein Sohn Andries daher, schart noch drei weitere Mandolinenspieler um sich, nennt das ganze Projekt mandolinman und entstaubt die Lieder der Vorfahren. Um sie nun im Mandolinenquartett frisch und neu zu präsentieren. Erstaunlich, welche Vielfalt dabei zu Tage tritt. Manches könnte aus Schottland stammen, Anderes aus den Appalachen. Tut´s aber nicht. Kommt alles aus flachen Landen. Welche Mandolinen, Mandolas und Mandocelli auf der ersten CD Old Tunes, Dusted Down gespielt werden, verrät das Cover. Und ein wenig mehr über die Band und das Projekt erzählt die Homepage.
Die großartigen Tödlichen
Die vierte internationale Bluegrass Night Berkenroth am Mittwoch war groß und hatte mit den Deadly Gentlemen einen großartigen Headliner. Bilder werden wohl in Kürze auf der Galerie-Seite des Festivals zu sehen sein. Das Konzertereignis war mit rund 500 Gästen so gut besucht wie niemals zuvor und die Stimmung exzellent – was selbstverständlich auch an diesen Jungs lag.
Ganz ohne geht doch nicht
Es war kürzlich eine freche Behauptung, es könne auch ohne Mandoline gehen. Jetzt liegt allerdings der filmische Beweis vor: Selbst Steve Martin und Edie Brickell können nicht ohne Mike Guggino und seine Mando. Die wird zwar sehr dezent eingesetzt bei When You Get To Asheville, aber sie ist da! Und damit wären die Steep Canyon Rangers auch komplett. Bitteschön, live im Bild.
Radio heute: Herzen oder Rillen?
Die musikaffinen Hörer des Deutschlandradios unter Euch müssen sich heute Abend entscheiden: Der Deutschlandfunk sendet ab 20:10 Uhr in der Sendung Musikszene einen Beitrag von Raoul Mörchen mit dem Titel: Von der CD zur Cloud. Über das Verschwinden der Tonträger. Im Deutschlandradio Kultur läuft mehr oder weniger zeitgleich die Aufzeichnung eines Konzerts der englischen Toy Hearts aus dem Februar im Sudhaus, Tübingen. Also: rare Platten oder kurze Röcke? Viel Zeit zur Entscheidung bleibt nicht mehr. Infos zu den Toy Hearts gibt´s hier. Näheres über den Tonträger-Beitrag findet sich in der Programmvorschau des DLF.