Obama, der Quotenmann

Weil Bluegrass ja sowas wie amerikanische Volksmusik ist, erlaube ich mir einige Zeilen: Heute abend wird es in Berlin an der Siegessäule ein Open-Air-Spektakel geben. Mit einem Mann, der noch lange nicht US-Präsident ist. Der bisher noch nicht einmal von seiner Partei für die Präsidentschafts-Kandidatur nominiert wurde. Und doch übertragen sowohl ARD als auch ZDF live! Als ob sie dafür nicht ihren Dokumentationskanal Phoenix hätten, wo die gleichen Bilder natürlich auch laufen. Als ob sie sich selbst nicht zuhören würden, wenn sie immer wieder betonen, dass Barack Obama ja noch gar nicht gekürt ist. Offenbar sind die Öffentlich-Rechtlichen gleichsam gezwungen, sich am Hype zu beteiligen. Im Bluegrass-State Kentucky führte übrigens bei einer Umfrage Mitte Juni John McCain mit 53 % vor Obama mit 41 %.

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Galerie ohne Frau

Ein Hinweis in eigener Sache: Schrittchen für Schrittchen, Fingerflitzer für Fingerflitzer wächst die Seite “Mandospieler in D“. Wer es sowieso tut, dem muss ich es nicht sagen, aber den anderen: Es lohnt sich, immer mal wieder draufzuschauen, die Kurzbios zu lesen und herauszufinden, welche Lieblingsmandos die Könner in oder aus Deutschland spielen. Oder wie alt die Herren sind. Oder um sie anzumailen und die Bands zu buchen. Oder um sie zu fragen, welche Saiten sie spielen und bei wieviel Grad sie die auswaschen. Leider ist mir bislang noch keine prominente Mandolinendame aus D begegnet. Das macht mich traurig. Aber vielleicht entwickelt sich ja Rupert Pauliks Schülerin - die aus dem Youtube-Video - mit den Jahren zur Frontfrau. Aber ob´s dann dieses Blog noch gibt …

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My old Koala home

Australien ist ziemlich weit weg. Aber selbst dort wird Bluegrass gespielt. Sie haben sogar einen Bluegrass Blog! Und selbst beim Anhören ihrer Bands kann man neidisch werden. Nehmt nur mal die Davidson Brothers: Sie komponieren gut, singen toll und spielen ziemlich ordentlich - wie hier unten im Song “Raised on the road” zu sehen. Scharfe Nummer - vor allem wegen der Dobro. Und Lachlan Davidson spielt auch nicht irgendeine US-Mando, sondern einen Hobel von Down Under, ein Stück des Meisters John Liddy. Das ist aber nicht der berühmteste australische Mando-Bauer. Diesen Titel darf wahrscheinlich Paul Duff für sich beanspruchen, dessen Instrumente Leute wie Joe Carr oder Tony Marshall spielen. Jawohl, Tony Marshall! Nein, nicht unser Tony, sondern der Bruder von Mike. Um Himmels Willen! Das wäre ja das Jürgen-Drews-Phänomen! Duffs F-5-Mando schlägt laut Liste mit 8500 US-Dollar zu Buche. Ist ja auch ein schmuckes Stück. Glücklicherweise nicht aus dem Holz des Eukalyptus-Baums gewonnen, denn sonst würde es wahrscheinlich immer nach Erkältung ums Instrument herum riechen. Oder nach Koala-Pippi. Und wer will das schon?

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Drews als Mahnung

Vergangenen Freitag, Enthüllung in der NDR-Talkshow: Jürgen Drews spielt Banjo! Zwar nur die viersaitige Tenor-Version, aber ein Banjo eben! Bevor ich jetzt anfange, in offene Wunden zu spucken oder fremde Suppen aufzureißen, stelle ich mir eine ganz andere Frage: Was, wenn jemand von ähnlichem Kaliber sich als Mando-Spieler outete? Wenn etwa Tony Marshall betonte, dass die Mandoline sein Lieblingsinstrument sei? Oder andere ungebetene Talkshowgäste plötzlich hinter ihren Sesseln Mandos hervorziehen würden, um darauf G, D und C zu greifen, um ihre größten Hits zu singen? Bata Illic? Chris Roberts? Vielleicht aber auch ein Gastgeber wie Johannes B. Kerner? Womöglich steht das B. für Bowlback? Oder Bush? Keine schönen Gedanken für einen Sonntagmorgen. Nein, wirklich nicht.

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Fernöstliche Musiksuche

Gerade eben habe ich sie ausprobiert: die Midomi-Liedsuche. Volltreffer bei “Amazing Grace” - Melodie erkannt und diverse Interpreten dazu aufgeführt: von Elvis über Judy Collins bis Nana Mouskouri. Zweiter Versuch: “Man Of Constant Sorrow”, ebenfalls unter den Suchergebnissen zu finden. Ganz oben in der Liste steht allerdings eine chinesische oder japanische Weise und weiter unten “Pride” von U2 und “Imagine” von John Lennon! Dennoch beachtlich. Bei “Keep On The Sunny Side” regiert dann komplett der ferne Osten: Eine Frau singt Fremdländisches sehr schön und schlägt im Rhythmus gegen ein Glas oder sonstiges Gefäß. Ergo: Selbst wenn man das Lied nicht findet, rein musikethnologisch betrachtet, kann die Liedsuche sehr ergiebig sein.

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Das Mando-Phantom geht um

“Erlkönig” heißen in der Automobilindustrie solche Fahrzeuge, die in der Testphase stecken, aber der Öffentlichkeit noch nicht bekannt werden sollen. Allerdings sind Paparazzi unterwegs, die sich darauf spezialisiert haben, solche Erlkönige zu fotografieren. Nun ja, der Vergleich hinkt, aber auch Neuheiten auf dem Mando-Markt würden wir gern mal zu Gesicht bekommen. Zum Beispiel die neuen Mandolinen der Firma Larrivee, von denen wir hier Ende März berichteten. Im Forum von Collings findet sich der Eintrag eines gewissen Wesley, der im April sowohl A- als auch F-Mando von Larrivee auf der “Dallas Guitar Show” gespielt haben will. Und ein US-Händler namens “Guitar Adoptions” führt beide in seinem Katalog auf, mit dem Hinweis “coming soon”: die A-Mando für 2299 US-Dollar, die F-Mando für 3399,-. Fotos allerdings Fehlanzeige.

Womöglich muss man in Deutschland sowieso lang drauf warten, vielleicht so lange, bis selbst Elixir-Saiten keinen ordentlichen Ton mehr von sich geben. Nächstes Jahr auf der Musikmesse am Main? Wäre immerhin eine interessante Anlaufstelle mehr. Seit bekannt ist, dass Larrivee mit Mandos kommt, blühen zudem beispielsweise im Mandolin Café Gerüchte darüber, ob wohl Taylor die nächsten sind oder Martin wieder ins hochwertige Mando-Geschäft einsteigt. Aber es gibt keine seriöse Quelle, die solche Mutmaßungen bestätigt. Taylor scheint derzeit auch eher zusätzlichen Umsatz im Stromgitarrensektor zu suchen. Aber die Gedanken sind ja frei und außerdem reizvoll: eine Taylor-Mando, hm hm ts.

Frau Wendy Larrivee im Vordergrund interessiert uns weniger - aber was liegt denn da hinten im Regal? Her damit! (Foto aus der offiziellen Larrivee-Factory-Tour)

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Singen, summen, pfeifen

“Sind so viele Lieder/hängen Noten dran/kannst nicht alle kennen/die verwirren dann.” Ging so nicht das Lied: “Sind so kleine Hände” von Bettina Wegner? Na, zumindest so ähnlich. Aber ehrlich: Überall begegnet uns Musik, nur wissen wir nicht, wer sie erzeugt hat. Glücklicherweise gibt es im Web neumodische Suchmaschinen, denen man eine Melodie vorsummen kann und die dann die Interpreten verraten. “Musicline” hat beispielsweise so eine Suchfunktion oder der Dienst “Midomi“. Funktioniert das etwa auch mit Bluegrass-Titeln? Das könnte ich jetzt mal ausprobieren, aber mein Bürorechner hat kein Mikrofon. Sei´s drum: Ich hab einfach mal bei Midomi die Aufnahmetaste gedrückt, zehn Sekunden gewartet und wieder gestoppt. Also nix aufgenommen. Trotzdem lässt mich die Maschine nicht allein. Mit dem Hinweis: “Die folgenden midomi Aufnahmen kommen deiner Suche am nächsten” erhalte ich eine lange Liste mit Songs. Ganz oben: “My Destiny” von Lionel Richie. Nicht viel weiter drunter: “The Rock” von The Who und “Me Against The Music” von Madonna. Was sind denn das für Stücke, deren Anfang aus nichts oder allenfalls Computerrauschen besteht?

Wenn ich bald wieder daheim bin, werde ich mal “Amazing Grace” oder “Rollin´ in my sweet baby´s arms” ins Laptop brummen und gucken, was dabei herauskommt. Könnte so witzig werden wie die Benutzung der Google-Sprachtools. Erfunden hat die Software das Fraunhofer-Institut und es rät, die gesuchte Melodie mit “lalala” oder “nanana” zu vertonen. Pfeifen oder Summen ginge notfalls auch. Die Melodie pupsen scheint nicht angesagt zu sein, obwohl ich mich erinnere, dass vor vielen Jahren auf einem von André Heller organisierten Jahrmarkt in Hamburg “Kunstfurzer” am Start waren, die 1a den Radetzkymarsch blasen konnten - hinten raus, versteht sich. Aber hier wird die deutsche Softwareindustrie sicher noch nachbessern.

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Like a Mando on a Wire

Im Programm von arte klingt´s und singt´s derzeit mächtig. Prince, Bob Dylan, Bob Marley, James Brown - sie alle werden uns im Rahmen der Reihe “Summer of the 70s” in die Wohnstuben geschickt. Außerdem gab es gestern abend das Auftaktkonzert zum diesjährigen Jazzfestival von Montréal zu sehen: eine Hommage an den Kanadier Leonard Cohen, mit Künstlern wie den McGarrigle-Schwestern, dem Söhnchen Rufus Wainwright, Katie Melua und KD Lang. Und als ich da so sitze und die Bilder fließen lasse, da höre ich doch was, und dann sehe ich es auch: Ein Typ in der Backing Band spielt eine achtsaitige E-Mando! Und ein bisschen später kommt sogar eine A-Mando zum Einsatz! Unverhofft kommt in solch einem Fall gar nicht oft. Da war ich wieder wach. Wer in der Band gespielt hat, vermochte ich bislang nicht zu recherchieren. Aber wer Mandos in diesem Kontext sehen will und das gestern verpasst hat: arte wiederholt das Konzert am 29. Juli um 0:30 Uhr.

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Musik aus dem Designer-Hobel

Corrado Giacomel: das klingt wie ein feuriger Sportwagen oder ein Modedesigner aus Mailand. Aber es ist - Kenner wissen das längst - ein italienischer Instrumentenbauer. Er hat diese merkwürdige Mandola gefertigt, die Tim O’Brien spielt. Italienisches Design, möchte man sagen. Da wurde ja immer großer Wert drauf gelegt, ob bei Autos oder Klamotten. In diesem Fall wird auch unser Lieblingsinstrument besonderer Gestaltung unterzogen. Giacomels Mandos heben sich deutlich von den Produkten der Konkurrenz ab - obwohl er auch eine traditionell gestylte F5 baut. Seine J5 oder J3 aber sehen erheblich anders aus, irgendwie rundlich, aber doch nicht rund. Die Holzauswahl immerhin hält sich an Bewährtes: Fichte für die Decke, Ahorn fürn Rest, Ebenholz fürs Griffbrett. Aber der Saitenhalter ist dann wieder ein ganz anderes Kaliber. Schon mutig, sich stark vom alten Stil zu lösen und was Individuelles zu präsentieren. Keine Ahnung, wie teuer die Dinger sind, aber in Bluegrass-Kreisen fällt mir adhoc niemand ein, der so eine Giacomel-Mando spielt. Was wahrscheinlich weniger am Geld als vielmehr an der Optik liegt, da sind unsere Mitmusiker ja eher konservativ. Aber irgendwie haben die was, die Dinger. Man schenke mir mal eine! Bitte.

Nachtrag: Sehe gerade, dass David Grisman Giacomel-Mandos featured. Auf seiner Seite sind Klangbeispiele und Preise in US-Dollar genannt. Ja, sowas kostet.

J3 (l.) und J5 von hinten - nix Schnecke, dafür gefräßiger Spalt.

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Bestes vom Bauer

Kennen Sie, verehrtes Publikum, Andreas Köpke? Nein, nicht den Bundestorwarttrainer, den kennt ja in Deutschland jeder Zweijährige. Ich meine jenen Andreas Köpke, der unter der Marke “Pendennis” Folk-Instrumente baut, darunter Bouzoukis, Ukulelen und Mandolinen. Sogar eine der Tradition verpflichtete F-Mando findet sich in seinem Angebot, was bei deutschen Instrumentenbauern ja nicht so oft vorkommt. Die Preise dafür liegen seiner Auskunft nach je nach gewünschter Ausstattung um die 3000 Euro; bei A-Mandos kommt man mit etwa 2500 Euro billiger weg. Ursprünglich war Köpke Modellbauer im Handwerk, hat sich im Laufe von 23 Jahren autodidaktisch auf ein hohes Niveau gearbeitet und führt seit nunmehr zehn Jahren die Pendennis-Werkstatt. Außerdem spielt er diverse Instrumente in der Band “Blind Man´s Buff“. Wie die F-Mando aussieht, zeigt das Bild unten. Wie sie klingt, erfährt nur der, der die Werkstatt im schleswig-holsteinischen Schönkirchen unweit Kiel besucht. Tja, Ihr gestern noch gewürdigten Bayern: Da seid Ihr mal schlechter dran. Aber Ihr habt ja Euren Joe Striebel. Moin Moin und Grüß Gott!

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Im Verein gemeinsam voran

Wir hier nördlich der Mainlinie blicken oft neidisch gen Süden. Denn dort scheint es eine erhebliche Menge an Bluegrass-Konzerten und -Festivals zu geben. Vielleicht aber ist doch nicht alles ganz so rosig, wie es aus der Ferne scheint. Warum sonst wäre es nötig, den Förderverein “Munich BlueGrass Friends” zu gründen? Die Initiative will Bluegrass einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen “und das kulturelle Leben in München und der Region bereichern”, wie es auf der Website heißt. Die Aktivitäten des Vereins lesen sich ambitioniert: Zu den Leistungen gehören beispielsweise ein Newsletter und eine Instrumentenberatung. Außerdem ist geplant, für Mitglieder Leihinstrumente zur Verfügung zu stellen. Mitglied im Vorstand der MBGF ist auch unser Mandolinenfreund Rupert Paulik.

Öffentlich präsentieren wird sich der Förderverein beim “1. Bayerischen Bluegrass-Festival” in knapp zwei Wochen am 19. Juli. Dann stehen am Baggersee in Gilching bei München am Abend “Huckleberry Five“, “Strictly Bluegrass” und “BSB - New Acoustic Band” auf der Bühne. Ab 18 Uhr darf im Vorprogramm der Nachwuchs mit den Bands “Coolgrass”, “Munich Mountain Ramblers” und “Five Road Junction” zeigen, was er drauf hat. Vielleicht macht ja das eine oder andere Nordlicht auf der Fahrt in den Urlaub dort Zwischenstation und wird den Bayern sagen, wie gut sie es trotz allem haben. Oder jemand kommt auf die Idee, auch einen Bluegrass-Förderverein zu gründen - dann aber bitte für die gesamte Mitte und den kompletten Norden Deutschlands.

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Rhonda helps you

Im “Country Music Television” tauchen immer mal wieder Künstler auf, die auch den geneigten Bluegrasser interessieren. Und manchmal ist auch was für die Mando-Freunde dabei. So trat unlängst Rhonda Vincent “unplugged” im Studio 330 auf - eine der wenigen prominenten Frauen an der Mandoline. Songs und Interviewpassagen lassen sich online hier anschauen. Vieles ist mir ja zu kommerziell-schmalzig, aber bitteschön: Jeder kann sich sein Urteil ruhig selbst bilden.

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Wenn der Jesper mit dem Oli mit dem Max …

Peter Finger scheint nicht nur ein sehr guter Gitarrist zu sein, sondern auch ein kluger Geschäftsmann. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sein Label “Acoustic Music Records” trotz eines Riesenkatalogs voller Minderheitenmusik immer noch nicht pleite ist? Nun weiß ich nicht, in welcher Auflage die CDs produziert werden und zu welchen Konditionen die Künstler arbeiten, aber dennoch: Das Label scheint ein erfolgreiches Unterfangen. Es geht ja auch hauptsächlich um akustische Gitarre - und die spielen viele Menschen. Mandolinen werden - wie wir alle wissen - wesentlich seltener gegniedelt. Womöglich tauchen sie deswegen im Katalog von Fingers feinem Fonoladen kaum auf: Aonzo und de Holanda fallen mir spontan ein und, jawohl, Jesper Rübner-Petersen. Jüngst schickte mir der dolle Däne (siehe Mandospieler-Seite anbei) die CD “A Jazzy Note” des “Duo Vibração” zu, von dem hier bereits die Rede war. Das gibt mir Gelegenheit, an dieser Stelle nochmal darauf hinzuweisen (Soundsamples liegen auf der Label-Website bereit, leider kein direkter Link möglich) und sie für einen sommerlichen Abend mit Weißwein und wippendem Fuß zu empfehlen. Wir können gelassen da sitzen und uns anhören, was so locker swingend rüberkommt, während Jesper, Oliver Waitze (Gitarren) und Max Schaaf (Bass) wahrscheinlich im Studio schwitzen mussten. Andererseits ist Jesper ja ein fitter Musiker. Wer weiß: Vielleicht würde ihm nicht ein einziges Schweißperlchen auf der Stirn stehen, während wir allein bei dem Versuch, das nachzuspielen, vollkommen dehydriert dahinscheiden täten. In diesem Sinne: Lasst den Sonntag ruhig angehen.

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Schätzchen im Museum

Wenn Dir einer sagt: “Hey, Du gehörst ins Museum”, dann klingt das nicht wie ein Kompliment. Andererseits: Ins Museum kommen normalerweise nur die besonderen Stücke oder Alltagsgegenstände, die repräsentativ für eine ganze Zeitströmung stehen. In “Alan Bond´s Mandolin Museum” geht´s vor allem um die Bemerkenswerten ihrer Gattung - ob F-Mando, A-Mando oder E-Mando. Außerdem findet sich eine mit Ukulelen bestückte Abteilung. Und was sehe ich in der Sektion voller F-Mandolinen? Meine Kentucky KM-1500, allerdings mit Schlagbrett bestückt. Das hat meine 83er nicht. Und ich weiß auch nicht, wie sie´s fände, wenn ich sie als reif fürs Museum bezeichnen würde. Besser gar nicht erst probieren. Sonst löst sich am Ende noch eine der Staubmäuse im Innern, springt heraus und verursacht einen allergischen Anfall beim Spieler. Nein, keine Panik, Schätzchen: Du bist noch mindestens so frisch wie am ersten Tag!

KM-1500 von 1985 mit Schlagbrett

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Nichts geht ohne dunklen Whiskey

Die Hitze, kaputter Drucker, Suche nach einem neuen, Ebbe am Strand des Nachrichtenmeers: Erklärungen, warum die letzte Bloggerei ein paar Tage her ist. Und wir wollen es ja auch nicht künstlich herbeizwingen, das Geschreibe. Wenn nix iss, iss eben nix. Wobei das so nicht stimmt: Am vergangenen Montag sind wir mit ein paar Wackeren in die Nähe von Bergheim bei Köln gefahren, um mit Volker Wasmuth zu jammen. Was wunderbar funktioniert hat: zwei Stücke von Alison Krauss und eins von “Blue Highway” sind nach recht kurzer Zeit recht gut gelungen. Der Mann hat ja auch seine Erfahrung, spielte früher mit den “Beutling Brothers“. Aber wenn man ihn kennt, dann wahrscheinlich eher vom Fernsehen her - er steht als Chefredakteur n-tv vor. Wer so alles Bluegrass spielt! Aber wie er so richtig sagte: Für Dixieland-Jazz sind wir noch zu jung! Hat auf jeden Fall Spaß gemacht, der Abend; Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Kennengelernt haben wir uns beim jüngsten EWOB-Festival in Holland, wiedergetroffen beim Konzert der “Infamous Stringdusters” in Holzwickede. Ein neues Band-Projekt wird daraus wahrscheinlich nicht, aber man kann sich ja auch mal privat selbst Spaß machen. Wie diese sechs jungen Menschen aus USA - sind bestimmt nicht nur am Unabhängigkeitstag so drauf. D. Bohlen hätte seinen Spaß dran. Wir auch. Irgendwie.

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